Ciao Italy

Tag 8: Pässe? Kann ich!

Meine innere Uhr ließ mich dieses Mal ohne Vogelgesang in meinem Pensionszimmer wie immer um 5 erwachen. Draußen war es immer noch sehr neblig und düster… Kurz überlegte ich, ein Tag Pause einzulegen und mich einfach wieder hin zu legen. Doch ich hatte noch diesen einen Pass vor mir, der mir zugegeben noch etwas Sorge bereitete. Da ich es hasse Dinge die mich belasten vor mir her zu schieben, gab es kein Pardon! Ganz davon abgesehen, dass ich mir eine zweite Nacht in der Unterkunft eh nicht leisten hätte können. Also hing es raus aus dem Bett und ab aufs Bike Richtung Zermez.

Auf dem Weg nach Zermez

Die Morgenluft war genau so kalt, nass und ungemütlich wie es aus meinem Fenster aussah. Die ersten Stunden fuhr ich im dichten Nebel und war nach ein paar Minuten wieder ziemlich ausgekühlt.

Gegen 8 Uhr kämpfte sich allmählich die Sonne durch den dichten Nebel und begann mich aufzuwärmen. Ein perfekter Zeitpunkt für das Frühstück, ich befand mich am Beginn des Ofen-Passes, noch eine Stärkung und dann wird ehrlich dieser Passangst nocheinmal ins Auge geschaut und hoffentlich bekämpft.

Der Ofenpass – Ein Traum!

Das Wetter sollte heute gut werden, es waren keine Gewitter angesagt, doch so hieß es ebenfalls für den gestrigen Tag. Ich hatte wirklich keine Lust erneut auf der Passhöhe von einem Gewitter überrascht zu werden.

Ich war extrem überrascht und sehr angetan von dem heutigen Pass! Wenn ich ehrlich sein soll hat er mir unglaublich Spaß gemacht! Es war einfach wundervoll, ich fuhr mit meinem Rad durch die bezaubernde Landschaft des Schweizer Nationalparks und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich habe mich selten so unglaublich wohl und frei gefühlt wie an dem heutigen Tag. Ich war unglaublich dankbar die Möglichkeit zu haben dieses Abenteuer zu starten und den Mut zu haben es auch durch zuziehen!

Nur das Bike und ich in der Natur! So frei

Auf dem Pass angekommen würde es dann Zeit für die ersten Freudentränen, auch das Wetter spielte heute mit! Es lief wie am Schnürchen, nichts konnte meine Fahrt heute aufhalten… Und Zack da war schon das Grenzschild zu Italien. Geplant war dir Grenzüberschreitung erst morgen, aber wie gesagt es lief einfach 🙂

An der Grenze zu Italien

Gegen 17 Uhr machte sich dann doch allmählich die Erschöpfung bemerkbar und ich suchte nach einem Schlafplatz, große Lust hatte ich nicht viel Zeit darin zu investieren. So schaute ich auf einem nahe gelegenen Campingplatz nach, doch die Übernachtung für eine Person war mir mit 15€ eindeutig zu teuer! Ich verließ denn Platz und fuhr einige Meter weiter. Dort sah ich ein Mann auf einer Apfelplantage arbeiten. Ich stoppte spontan, ging auf den Mann zu und Frage ob er denn der Besitzer sei und ob ich mein Zelt hier aufschlagen dürfte. Der Besitzer war Egon, ein Südtiroler, der die Apfelbäume von seinem Vater übernommen hatte. Er freute sich unheimlich über meine Frage und bot mir zudem an noch ein paar Tage länger zu bleiben und mit ihm Jagen und Angeln zu gehen 🙂

Zelten zwischen den Apfelbäumen

Nachdem ich mein Zelt zwischen den Obstbäumen aufgeschlagen hatte, spazierte ich vorbei an dem Campingplatz zu dem nahe gelegenen Städtchen. Es hatte ein wundervollen italienischen Charme, ich genoss den Spaziergang unheimlich und dachte noch etwas über die Erlebnisse und Erfahrungen in der Schweiz nach.

Tag 9: Südtirol- Das Sprachenwirrwarr

Der Morgen begann genau so wundervoll wie der Abend aufgehört hatte. Heute schlief ich sogar mal richtig aus und erwachte erst gegen 6.30 Uhr 🙂

Ein neuer beginnt – Guten Morgen aus meinem Zelt 🙂

Danach entschloss ich mich für einen kleinen “Morning-Run” um mein etwas verkaterten Körper aufzuwecken und die schöne Gegend etwas zu erkunden. Ich rannte von einem kleinen Bergdorf in das nächste, erfrischte mich an den Steinbrunnen, welche an jeder Ecke zu finden sind und pflückte mir auf dem Rückweg ein paar Kirschen vom Baum für mein Frühstück.

Egon kam nach dem Frühstück wieder an der Apfelplantage vorbei und bat mir doch noch ein paar Tage zu bleiben. Leider musste ich doch schon aufbrechen, da die Wettervorhersage für die nächsten Tage in der Region starke Gewitter voraussagte und ich auch schauen musste etwas weiter auf meiner Strecke zu kommen.

Aber für eine nette Unterhaltung gab es auf jeden Fall noch Zeit, so sprach ich mit Egon über seine Einstellung zur Umwelt und Nachhaltigkeit. Die Meinung eines kleinen Südtiroler Apfelbauers, der von Streuobstwiesen auf Apfelplantagen umgestiegen ist, über dieses Thema zu hören war sehr interessant. Den ausführlichen Bericht könnt ihr auf meinem Nachhaltigkeits Blog lesen .

Egon der Apfelbauer auf seinem Feld

Nach eine Abschiedsfoto ging die Reise weiter nach Meran, hier hatte ich für die Nacht einen Couchsurfing Platz gefunden und war angesichts der Wetterlage sehr froh darüber. Gegen Abend kamen schwere Gewitter auf. Zusätzlich bereitet mir mein Rad gerade noch etwas Sorgen, immer wieder knackst es beunruhigend beim Treten, ich hoffe ich finde das Problem bald und kann es ohne große Kosten schnell selbst reparieren.

Eine Fahrt durch Südtirol – Auf nach Meran

One Comment Add yours

  1. sl4lifestyle says:

    Hi Steffi, das finde ich ja toll. Deine Solo-Radtour. Du machst es genau richtig, Früher habe ich auf ähnliche Weise die Welt entdeckt. Danke fürs Folgen meines Web-Magazins sl4lifestyle, ich freue mich sehr. Verrätst Du mir, welcher Beitrag es ausgelöst hat, dass Du mein neuer und sehr willkommener Follower geworden bist?
    Gute Fahrt!
    LG
    Sabine

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