Egon – Der Apfelbauer

Egon und ich auf seiner Plantage

Egon kommt aus dem schönen Glurns (Südtirol). Er ist hier aufgewachsen und ist Besitzer von 4 Streuobstwiesen und 3 Apfelplantagen. Die Streuobstwiesen hat er von seinem Vater übernommen, 1990 stockte er auf und pflanze zusätzlich die Plantagen an, diese haben mit ihren Kleinbuschbäumen den Vorteil, dass sie bereits ein Jahr nach der Pflanzung Äpfel tragen.

Egons Apfelplantage in Südtirol

Ökologie:

Egon versucht seine Spritzmittel möglichst effizient einzusetzen. Er besucht alle zwei Wochen den Südtiroler Beratungsring, hier werden neue und umweltschonende Methoden zum Anbau den Bauern vorgestellt.

Zudem pflegt er mit Leidenschaft seine 4 Streuobstwiesen, auch wenn hier der Ertag viel geringer ist, sind ihm diese Wiesen sehr wichtig. Er schätzt die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten auf den Wiesen und pflegt diese gewissenhaft.

Ökonomie:

Egon ist bewusst, dass seine Apfelplantagen und die mit einhergehenden Spritzungen nicht wirklich gut für die Ökologie sind. Jedoch kann er nur von dem Ertag seiner Streuobstwiesen nicht Leben.
,, Ich muss nun eben auch etwas verdienen und habe ebenfalls ca. 100 Angestellte, welche bezahlt werden wollen. Das Problem ist die günstige Konkurrenz aus Übersee, wie die Äpfel aus Neuseeland, mit denen wird es immer schwerer mitzuhalten.”

Sozial:

Sein Wunsch ist des, dass die Menschen nicht nur nach der Optik des Apfels gehen. Sie sollten nicht so wählerisch sein. Wenn er die unförmigen Apfel mit ein paar unschöne Flecken ebenfalls zu ihrem angebrachten Preis verkaufen könnte, würde das ihm und somit auch der Umwelt sehr weiterbringen. Jedoch würde diese Äpfel nur noch in den Most gehen und lediglich die Späßen begleichen.

Kultur:

Auf seinen Streuobstwiesen werden noch die traditonellen alten Apfelsorten der Südtiroler Region, wie Boskoop, angebaut.

Jedoch muss er sich aus ökonomischen Gründen auch der Nachfrage anpassen, wo werden auf seinen Plantagen überwiegend Gold Delicious, Red Delicious und Ambrosia angebaut. Hier muss er sich dem ständigen wechsel der Nachfrage anpassen.

Da er ein vergleichsweise kleines Anwesen besitzt, pflegt und erntet er alle Felder mit kleinen Maschinen per Hand. Und wendet das Wissen an, welches ihm sein Vater über den Apfelanbau beigebracht hat.

Technologie:

Da die finanziellen Mittel sehr begrenzt sind, wird hier nicht viel moderne Technik eingesetzt. Vieles wird per Hand gemacht. Jedoch informiert sich Egon im Südtiroler Beratungsring über neue und effizientere Techniken und Methoden. Diese lässt er nach Möglichkeit in seine bisherigen Arbeitstechniken einfließen.

Partizipation:

Die Südtiroler Apfelbauern Gemeinschaft ist ein großes Netz. Hier hilft man sich gegenseitig und sieht sich nicht als Konkurrenten an. Jugendliche aus Nachbardörfern helfen gerne, für ein kleines Taschengeld, bei der Apfelernte mit. Im Gespräch mit Egon habe ich sehr seine Verbundenheit zu der Region gefühlt. Sie schweißt die Bauern und Anwohner in Südtirol zusammen, gemeinsam versuchen sie ihre marktfähig im Konkurrenzkampf mit dem Bauern aus Übersee zu bleiben.

Was ist Nachhaltigkeit für dich?

,, Nachhaltigkeit ist für mich auf die Umwelt zu achten. Ich möchte eben schon verantwortungsvoll gegenüber unseren Nachkommen handeln und ihnen eine lebenswerte Umwelt hinterlassen. Nur ist es für mich immer schwer die Balance zu finden. Ich muss nun eben auch mein Geld mit den Äpfeln verdienen, würde ich keine Spray Mittel einsetzten, würde ein Großteil meiner Ernte ausfallen und ich müsste die Äpfel zu einem viel höheren Preis anbieten. Da könnte ich niemals gegen die Konkurrenz ankommen. Es ist eine schwere Sache für mich.”

Egons Nachhaltigkeitsmodell
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