Von den Bergen ab ans Meer

Tag 15: Pass zum Frühstück

Ich packte im Morgengrauen mein Zelt zusammen und verließ bereits gegen 6 Uhr den Campingplatz. Gerne wäre ich noch liegen geblieben und hätte mich in der Früh noch etwas mit dem netten Pärchen aus Hamburg unterhalten, doch ich hatte einen langen Tag vor mir! Ich hinterließ ich den zwei eine kleine Verabschiedungsnotiz und machte mich auf den Weg.

Los ging es zum Pass. Ich war die vergangene Nacht wieder sehr aufgeregt und konnte es kaum abwarten! Nun ging es los, erst bergauf auf kleinen Straßen durch noch tiefschlafende Bergdörfer.

Auf dem Weg zum Passo del Mauria

Dann begann der Wald, der Morgennebel hatte sich noch immer in den grünen Blätterdach verfangen, die Luft war feucht und kühl.

Ich genoss die angenehme Frische in der Anstrengung und konnte in der Ruhe der morgendlichen Waldes abschalten.

Perfekter Platz für einein kleine Pause!
Passo del Mauria geschafft!

Oben angekommen möchte ich mir zur Belohnung ein gutes Frühstück. Der Nebel verzog sich langsam, die Sicht wurde klarer, erst jetzt erschien vor mir das traumhafte Tal. Die Abfahrt war herrlich! Anschließend ging es durch Wälder immer dem Fluss Tagliamento entlang.

Die Straße wurde zunehmend befahrener und ich würde gestresster. Verschwunden war all die Entspannung des Morgens. Als ich in Tolmezzo ankam war ich voller Anspannung und Stress. Dazu kam, dass sich wieder Mal große Gewitterwolken am Himmel ansammelten. Erst jetzt spürte wie erschöpft ich eigentlich war, ausruhen wäre jetzt super! Nur wo? Die Stadt war mir zu stressig und groß. Weit fahren wollte ich heute nicht mehr und für ein langwieriges Schlafplatz Gesuche hatte ich keine Kraft mehr. Ich sah kurz auf die Karte und entdeckte einen Campingplatz, überlegte nicht lange schlug die Richtung ein. Ich fuhr,… Und fuhr… Es kam mir doch ziemlich lange vor. Ich studierte nochmals die Karte und sah erst jetzt dass ich mich um einiges in der Distanz geirrt habe. Und nun? Zurückfahren kam nicht in Frage, also gab es nur eine weiter machen! Ich war komplett erschöpft, fluchte und fühlte mich unglaublich einsam auf den verlassen Waldstraßen.

Auf dem Weg nach Tolmezzo

Doch bei der Ankunft vergaß ich all den Schmerz. Der Campingplatz war wundervoll an einem Gletschersee gelegen. Ich hatte gerade mein Zelt aufgebaut schon begann es in Strömen zu regnen. Naja zumindest hatte ich heute ein gutes Timing! Und jetzt konnte ich nicht anders, Sachen aus und rein in den See! Und ja es war ein Gletschersee! So schnell ich drin war so schnell war ich wieder draußen!

Lago di Cavazzo – Der See am Campingplatz

Nach einer warmen Dusche, einem Tütenessen und einem netten Gespräch mit meinen Campingplatz Nachbarn ging es ab und Zelt.

Tag 16: Guten Morgen Gletschersee

Zum Morgen trat ich erstmal Barfuß auf eine Nacktschnecke vor meinem Zelt, sie werden mir wohl ein treuer Begleiter auf der Reise bleiben. Zum Aufwachen ging es in den Gletschersee, danach konnte der Tag losgehen.

Einen schönen guten Morgen Schnecke

Weiter folgte ich dem Flusslauf des Tagliamentos Richtung Udine. Ich nahm einen kleinen Umweg in Kauf und fuhr auf den kleineren Straßen.

Entlang am Tagliamento

Dies war eine sehr gute Entscheidung! Hier waren zwar viele Radfahrer unterwegs doch viel weniger Autos und Lärm! Zufällig entdeckte ich ein Naturreservat in Mitten ein kristallklarer See lag. Ein Traum!

Tagliamento
Del Lago di Cornino

Die Fahrt ging weiter und wie soll es anders sein, die Gewitterwolken kamen wieder. Dieses Mal hatte ich nur etwas mehr Angst, selbst der Besitzer des Campingplatzes hatte mich vor dem kommenden Unwetter gewarnt. Ich musste leider nur noch etwas Strecke machen, damit ich zu meinem heutigen Couchsurfing Host komme. Der Wind nahm zu, Staub wehte mir ununterbrochen in die Augen, ich hatte zunehmend Angst durch eine Windböe das Gleichgewicht zu verlieren und vom Rad geblasen zu werden. So suchte ich doch Schutz in einem Einkaufszentrum an der Straße.

Spät am Abend kam ich bei meinem Couchsurfing Host Moreno an, ich war sehr glücklich über die Dusche und viel nach einem kurzen Gespräch todmüde ins Bett.

Tag 17: Endlich Meer

Um 9 Uhr verließ ich mit Moreno seine Wohnung. Es waren bereits jetzt es schon über 25 Grad! Doch heute soll es endlich ans Meer gehen! Mit der Aussicht auf die kühle Erfrischung radelte ich an den kleinen Ortschaften vorbei Richtung Monfalcone. Schneller als erwartet kam ich an. Ich war unheimlich gespannt auf das Meer, welches mich dort erwarten sollte.

Ähmmm ja… Das Meer war nicht wirklich das was ich mir die ganze Zeit erträumt hatte… Es war lediglich eine schmales Hafenbecken und glich mehr einem Großstadtfluss.

Unter Meer hatte ich mir was anderes vorgestellt..

Monfalcone

Was solls, jetzt war erstmal Zeit für eine kleine Stärkung. Nach dem Mittagessen fuhr ich immernoch mit der Hoffnung auf ein Sprung ins Meer weiter.

Es ging Richtung Trieste. Und wieder strampelte ich berghoch, doch die Belohnung wartete oben auf mich!

Eine traumhafte Aussicht auf das Meer. Die Sicht war so klar, dass man die italienische, slowenische und sogar die kroatische Küste sehen konnte. Ich war überwältigt! Ich hatte es geschafft! Ich bin mit dem Rad ans Meer gefahren und habe einen von meinen Kindheitsträumen in die Tat umgesetzt!

Einfach mal ans Meer fahren!

Und jetzt? Na jetzt wollte ich nur noch eins! Rein in das kühle Nass und baden! So schnell ich konnte radelte ich die Straße entlang Richtung Strand. Unten angekommen schloss ich mein Hab und Gut ab, zog mich aus und dann kam der lang ersehnte Sprung! Dieses Bad im Meer werde ich wohl nie wieder vergessen!

Verdientes entspannen – Miramare

Hier verweilte ich ein wenig bis mein Couchsurfing Host Luca mich abholte. Zusammen kochten wir am Abend noch italienische Pasta. Es war köstlich und ein perfekter Abschluss für den Tag!

Abendspaziergang- Sonnenuntergang in Trieste
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One Comment Add yours

  1. Anja Roth says:

    Hallo Steffi, endlich meldet sich das Pärchen auch Hamburg…
    Wir haben deine liebe Nachricht bekommen und uns sehr gefreut. Und ja wie du siehst auch deinen Blog gefunden, sind beeindruckt und freuen uns so deine Reise weiter mitzuerleben!
    Wir waren gestern in Treviso, eine tolle pulsierende kleine Stadt, und planen für heute abend Jesolo ein. Und morgen geht es dann nach Venedig!
    Wir bleiben gern in Kontakt, und solltest du jemals in Hamburg vorbeikommen bist du herzlich eingeladen!
    Das wäre dann bei Anja und Artur Roth, Am Sooren 25, 22149 Hamburg. Telefon Festnetz 040-6733319. Mobile 0152 597 82 594.
    Arturroth@hotmail.de
    So, dir nun weiter gute Reise, viele interessante Bekanntschaften, spannende Eindrücke und möglichst wenig Regen und platte Reifen… LG Anja und Artur

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