Keep rollin’ – Klenovica to Zadar

Tag 27: Wettlauf gegen die Hitze

Die Erholung war zu Ende heute ging es endlich weiter! Naja zumindest ein Stückchen. Ich hätte auch direkt von dem nahelegen Ort Senj zu den Plitvice Lakes fahren können, doch ich hatte noch genügend Zeit und wollte nicht all die restlichen Tage in Klenovica bleiben.

So schön der Ort auch war, mir brannte es unter den Füßen, ich wollte wieder aufs Rad! So entschied ich mich dafür noch nach Zadar zu fahren und mir die Gegend anzusehen. Von da aus sollte es dann in einer Woche nach Plitvice gehen!

Letzter Sonnenuntergang in Klenovica

Voller Energie sprang ich um 5 Uhr aus dem noch so gemütlichen Hostelbett. Den Großteil meiner Sachen hatte ich bereits am Vortag an meinem Bike befestigt. So konnte ich ruhig aus dem Zimmer schleichen ohne meine Zimmergenossen zu wecken.

Am Morgen fand ich zwei sehr liebe Anschiedsnachrichten auf meinem schon gepackten Bike ❤ Vielen Dank Jan, Janis, Tomy und Stella!

Dann ging es auch schon los und das war gut so! Die kühle der Morgenluft war nich erfrischend. Ich versuchte nun einiges an Strecke zu schaffen, da ich vor der Mittagshitze unbedingt einen langen einsamen Landabschnitt schaffen wollte. Die Zeit lief und in mir wurde die Angst immer größer wieder in der gefährlichen prallen Sonne auf dem schutzlosen Streckenabschnitt zu landen.

Die Küste rückte immer ferner

In Senj hielt ich für ein kurzes Frühstück an, dann ging es ohne Zeit zu verlieren gleich weiter. Dann kam ich immer mehr ins Landesinnere, weg vom Meer, weg vom erfrischenden Wind und der Möglichkeit sich kurz mit einem Sprung ins kühle Nass zu erfrischen. Ich wurde immer unruhiger und die Luft wurde immer heißer. Ich musste mich ständig zügeln damit ich nicht zu schnell fahre. Übersanstrengung bei diesen Temperaturen wäre ebenfalls nicht optimal. Auf diesem Abschnitt waren nur wenige Autos unterwegs.

Ich stoppte kurz für eine Toilettenpause und ein paar getrocknete Feigen. Da hörte ich immer lauter werdende Musik, jedoch keine Motorengeräusche. Ich schaute auf die Straße und ein gut gelaunter, braungebrannter und vollgepackter Radfahrer kam auf mich zu und grinste. Ich freute mich sehr an diesem heißen einsamen Ort auf Savas aus Istanbul zu treffen! Sofort hob sich meine Laune und ich bot ihm gleich ein paar getrocknete Feigen an.

Savaş und ich – Zwischen Senj und Karlobag

Savas ist Lehrer und hat jetzt über die Sommermonate Ferien. Er startete seine Reise in der Türkei und möchte seinen Bruder in München besuchen. Wir tauschen uns aus über die Strecken die noch vor uns lagen. Leider war nicht all zu viel Zeit für ein langes Gespräch, da wir beide so schnell wie möglich wieder Richtung Küste kommen wollten. Ein kurzes Händeschütteln und weiter ging die Fahrt.

Endlich eine Abkühlung !

Gegen 12 Uhr Mittags erreichte ich die ersehnte Küste, kurz darauf hin wurde die Straße wieder belebter. Ich kaufte mir Joghurt, Früchte und Nüsse und legte mich an den Strand. Jetzt hieß es entspannen und die Mittagshitze abwarten. Mir wurde zunehmend langweilig, gegen 3 Uhr könnte ich nicht mehr abwarten und versuchte langsam weiter zufahren. Ich merkte schnell, dass das wohl doch etwas zu voreilig war und stoppte ab und an um im nahegelegenen Meer mich abzukühlen.

Ab an die Küste

Als es gegen 5 angenehm kühler wurde wäre ich gerne weiter gefahren. Doch mein Körper wollte nicht mehr. So suchte ich den nächsten Campingplatz auf, baute mein Zelt auf. Dort wurde ich von einer älteren Camperin mit den Worten ,, hier ist schon alles voll! Kannst gleich wieder gehen” begrüßt. Freundlich ist anders dachte ich mir nur. Ich sagte nichts darauf und ging erst Mal zur Rezeption.

Dort sahs in einem verrauchten Zimmer eine alte Dame. Sie sagte seelenruhig, dass ich erstmal entspannt mein Zelt aufbauen und mich ausruhen sollte, sie käme dann wegen der Bezahlung später.

Camping in Kopovine

Nett dachte ich. Nun ja nicht ganz so nett war, dass der einzige freie Platz neben der ,, Campingplatz-Hexe”, wie ich sie in meinem Kopf nannte, war. Sie war wohl eine Dauercamperin und sehr anscheinend sehr unzufrieden mit der Gesamtsituation. Wäre sie nicht ständig so unglaublich unfreundlich zu mir gewesen, hätte sie mir sogar etwas leid tun können. Doch mit den 120 km in den Knochen konnte ich mich auch nicht mehr wirklich aufregen. So schaute ich sie immer nur an wenn sie wieder was zu motzen hatte. Lächelte freundlich, dachte mir meinen Teil und nickte ab. Ich kochte mir noch eine riesen Portion Nudeln und ging erschöpft aber zufrieden schlafen.

Sonnenuntergang in Kopovine

Tag 28: Good morning Campingplatz-Hexe

Um 5 Uhr war ich wieder auf den Beinen und die Campingplatz-Hexe hatte das natürlich auch schon mitbekommen. Leise und schnell baute ich also mein Zelt ab und machte mich auf den Weg nach Zadar.

Auf der Fahrt nach Zadar

Eine ruhige Fahrt auf der Küstenstraße im Morgengrauen lag vor mir. Ich genoss den Moment sehr! Um die Mittagszeit kam ich in Zadar an. Da ich noch etwas Zeit hatte, bis ich in mein gebuchtes Hostel einchecken konnte, erkundete ich etwas die Gegend. In einem Einkaufszentrum sprach mich Josef an auf kroatisch an. Als er mein verwirrtes Grinsen sah, fragte er mich ob ich deutsch sei und und ob ich ihm kurz mit seinem Handy helfen könne.

Josef und ich beim Kaffeeklatsch 🙂

Gerne bot ich ihm meine Hilfe an, er lud mich auf einen Kaffee ein und ich kuemmerte mich um die Einstellungen auf seinem Handy. Er erzählte mir, dass er schon mehre Male in Deutschland zu besuch war und sein Sohn in München wohnt. Ihm gefällt Deutschland sehr und wuerde gerne bald wieder dort sein Sohn besuchen gehen. Er vermisst ihn sehr. Seit der Trennung von seiner Frau lebt die Familie getrennt, er fühlt sich etwas einsam hier in Kroatien. Zwar hat er das Meer und wundervolle Berge vor der Haustür und besitzt ein schönes großes Haus mit einem Boot. Doch Freude bereitet ihm das nur noch selten. Er sehnt sich doch zu oft nach einer nahen Person die für ihn da ist. ,,All das Zwischenmenschliche, das Vertrauen, die Liebe und Zuneigung, all das kann man sich wirklich nicht erkaufen! So viel Geld man auch hat, die Einsamkeit kann einen doch so unglaublich traurig machen!”.

Und ich wusste genau was Josef damit meinte. Naja nun hab ich kein Geld, aber das Gefühl der Einsamkeit ist mir in den letzten Wochen sehr bekannt geworden. So entschloss ich mich, nach der Handyrepairatur nicht gleich wieder loszufahren. Ich sahs noch eine weitere Stunde mit Josef gemütlich im Kaffee und hörte ihm gespannt zu. Es waren nette kleine Anekdoten aus seinem Leben. Er erzählte sie voller Leidenschaft und Freude . Endlich konnte er sie mit Jemanden teilen und ein Stück wiedererleben. Josef nahm mich mit auf seine Reise in die Vergangenheit und ich spand ihm diese Zeit in meinem Leben liebend gerne!

Nach der kleinen Zeitreise, ging meine eigene kleine Reise weiter. Ich checkte ins Hostel ein, verstaute meine Taschen und erkundete zu Fuß Zadar.

Altstadt von Zadar

Zadar ist das Eingangstor zur Region Dalmatien. Ich besuchte das Altstadtzentrum am Hafen der Stadt. Ich war begeistert von den bis zu 3000 Jahre alten Steingebäuden der Stadt. Dort Säumen sich Eisdielen, Souveniershops und kleinere Marktstände. Ich schlenderte durch die engen Gassen und genoss den altrömischen Charme der Stadt.

Altstadt von Zadar
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  1. Sehr gut, schön geschrieben. Gut gemacht

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