Allgemein People around the world

Die Radreise von Anja und Artur, dem netten Pärchen aus Hamburg!

In meinem Reisebericht treffe ich in Cortina auf Anja und Artur, das nette Pärchen aus Hamburg. Wir sahen uns nach Cortina auf dem Radweg und anschließend auf dem Campingplatz in wieder. Ich hinterließ ihnen am Morgen bei meiner Abreise eine Nachricht, so blieben wir in Kontakt. Ein paar Tage später hatte ich sie gefragt ob sie Lust haben für Biking Nature – People around the world – einen Blogbeitrag zu schreiben. Kurz darauf bekam ich eine E-Mail mit ihrer Geschichte:

Radtour München – Venedig: ein Erfahungsbericht

Hallo Steffi,
du hast uns gebeten einen kleinen Beitrag für deinen Blog zu schreiben – das machen wir doch gern!
Wir haben uns in Cortina kennengelernt, ein wenig geschwatzt und später nochmals beim Radeln getroffen.
Wie du waren wir mit den Rädern unterwegs, du allerdings mit anderem Ziel und vor allem allein, was wir sehr bewundernswert fanden.

Wir, das sind Anja (51J) und Artur (52J), verheiratet, 2 Kinder, normalerweise wohnhaft in Hamburg.
Und wir sind von München nach Venedig geradelt, ohne E-Bike aber mit Zelt.

Auch in Hamburg und sonst in unserer Freizeit fahren wir sehr viel Rad, Urlaub haben wir jedoch die letzten Jahre immer mit Wohnwagen gemacht.
In der Zeit vor den Kindern waren wir auch schon immer mit Rad und Zelt unterwegs, nun wollten wir schauen ob wir es noch können…

Als Vorbereitung habe wir uns unsere Ausrüstung geprüft.

Wir haben beide sehr hochwertige Tourenbikes, sehr breite Reifen zur Federung, dafür aber keine Federgabel. Hat sich bewährt auf den zeitweise schottrigen Wegen! Ebenso sehr gute Bremsen, sehr wichtig! Sprich wir haben Räder die zuverlässig sind. Zur Sicherheit hatten wir sie vorher warten lassen, und wir hatten tatsächlich keinen Platten oder sonstige Probleme.

Das ist mein Rad, bepackt aber gut zu fahren.

Ein gutes Zelt hatten wir bereits (Vaude Mark 3, sehr komfortabel für 2 Personen), ebenso selbstaufblasbare Isomatten und mittelwarme Synthetikschlafsäcke (bei Daunen haben wir Sorge dass er wenn nass nicht mehr wärmt…).
Artur hatte Lowrider (zu empfehlen für leichtes Gepäck vorn, wir haben dort die Schlafsäcke reingestopft), sonst hatten wir beide wasserdichte Packtaschen für hinten. Isomatten und Zelt haben wir ebenfalls wasserdicht in Säcke gepackt, wir hassen Nässe (konnten ja nicht ahnen dass fast nur die Sonne scheint).

Trotzdem es selten geregnet hat war das Zelt oft morgens nass vom Tau.
Perfekt, wenn man es dann einfach von unten trocknen lassen kann 🙂

Fahrradhelm war für uns Pflicht, man gewöhnt sich ganz schnell dran, und bei den Geschwindigkeiten bergab ist er mehr als wichtig.

Outdoorklamotten gibt es mittlerweile natürlich reichlich.
Wir sind gefahren mit Outdoorsandalen (feste Sohle aber keine Stinkefüsse) und hatten für Wanderungen und Regen Goretex Wanderschuhe dabei. War eine gute Lösung.
Regenjacke und -Hose, auch wenn man die fast nicht brauchten.
Ich mit meinem empfindlichen Hintern hatte gern eine gepolsterte Fahrradhose an, ist aber Geschmackssache.
Gut sind mittlerweile die Merino Shirts, zwar nicht ganz billig aber geruchsneutral, was wenn man dich neben den Klamotten im Zelt schläft schon angenehm ist…
Insgesamt möglichst wenig mitnehmen, lieber waschen, und wie immer hatten wir am Ende sogar zu viel dabei – aber das sieht auch anders aus wenn man Dauerregen hat.

Ein Problem, so dachten wir, ist die Stromversorgung. Wir hatten zwar keinen Fahrradakku aufzuladen, aber Handy, Navi und Ebook brauchen doch hin und wieder Strom. Wir hatten also einen kleinen Mehrfachstecker dabei, so dass wir wenn nötig alle Geräte gleichzeitig in der Rezeption des Campingplatzes abgeben konnten. Hat gut geklappt!

Wir hatten schon Anfang des Jahres mit der Planung begonnen, vor allem weil wir wussten dass es schwierig ist die Räder mit der Bahn zu transportieren. Es gibt nur wenige Plätze in IC/ICE und so hatten wir früh unsere Reservierung Hamburg-München und zurück von Venedig (mit Schlafwagen ab Innsbruck) sicher. Nicht ganz billig aber komfortabel.

Artur ist ein Spezialist was Karten und Navigation angeht. So hat er also im Vorwege fleißig geplant, Routen auf sein Navi und Handy übertragen, so dass wir bestens vorbereitet waren.
Für´s Handy können wir die App Naviki empfehlen, ebenso Open Street Map Android. Und in Kombination mit dem Garmin konnten wir gar nicht verlorengehen…
Dass die Beschilderung auf der gesamten Route so hervorragend ist konnten wir nicht ahnen!

Ähnliche Schilder gab es überall, Verirren schwierig 🙂

Damit sind wir bei der Reiseroute.
Gestartet in München, dann über Arzbach – Achenkirch – Hall i.Tirol – über den Brenner nach Sterzing.
Top Radwege (entlang der Isar und Inn), bestens ausgebaut und bestens beschildert – und deutlich weniger voll als erwartet.
Der Brenner hatte mir Sorgen bereitet, die Strecke verlief aber auf der alten Römerstraße abseits der Autobahn und Bundesstraße, wenig befahren, dafür allerdings mit reichlich Steigungen… Nur das letzte Stück auf den Brenner war mit viel Verkehr sehr unangenehm.

Perfekter Radweg nach Überqueren vom Brenner – der Aufstieg hat sich gelohnt!

Weiter nach Brixen – Bruneck – Toblach, wir folgen dem Pustertalradweg. Wieder weniger Steigungen als erwartet, halt durchs Tal…

Ab Toblach geht es dann auf dem Dolomitenradweg über Cortina d´Ampezzo nach Cadore. Spektakulare Ausblicke und sicher der schönste Teil der Radtour.

Radeln auf dem Dolomitenradweg – ein Traum!

Es geht durch das Piavetal über Treviso nach Venedig. Wir hatten an diese Etappe keine hohen Erwartungen, waren dann aber positiv überrascht. Weinanbau, nette Kulturlandschaft, und wie immer gut zu radeln, die Kilometer rauschten dahin – und der Fahrtwind machte die Hitze gut erträglich. Und die Stadt Treviso ist absolut zu empfehlen, viel Atmosphäre!

Auch im Piavetal (wenig Wasser wie man sieht…)
haben wir wenig Verkehr

Wir haben immer auf Campingplätzen übernachtet, Kosten bis auf wenige Ausrutscher nach oben (Achenkirch) waren etwa 30,-/35,- EUR für Zelt und 2 Personen, Duschen ist immer inclusive.
In Venedig können wir den Campingplatz Al Bateo direkt an der Fährstation Punta Sabioni empfehlen. Klein, nur 30 Stellplätze auf Gras und sehr ruhig und persönlich. Überhaupt nicht trubelig wie man das von Venedig befürchtet…
Wir hatten nirgendwo vorreserviert, haben immer einen Platz bekommen trotz Hochsaison.

Wir hatten keinen Kocher dabei sondern haben uns den Luxus gegönnt morgens nett auf dem Weg zu frühstücken und abends Essen zu gehen. Sicher eine spezielle und auch teurere Lösung, hat aber einiges Gepäck gespart, netten Einblick in die Kultur gegeben – nur Pizza konnten wir am Ende nicht mehr sehen, die italienische Küche ist halt nicht ganz so abwechslungreich.

Insgesamt sind wir in 2 Wochen 700 km für die reine Strecke München – Venedig gefahren.
Man hätte die Tour sicher auch schneller abradeln können, wir haben es aber genossen uns Zeit nehmen zu können für Besichtigungen, Begegnungen oder viele, viele Capuccino am Wegesrand.

Die Reise wird uns positiv in Erinnerung bleiben und sicher nicht die letzte dieser Art sein. Denn jetzt wissen wir: wir können es noch!
Und München – Venedig ist eine Strecke die wir nur jedem einigermaßen trainierten Radfan empfehlen können!

Angekommen in Venedig!

Dir Steffi wünschen wir bei deinem Praktikum und weiteren Reisen alles Gute!

Lieber Gruß
Anja und Artur

Nochmals vielen herzlichen Dank Anja und Artur für eure Arbeit und den Einblick in eure Radreise! Ich freue mich sehr auf euch getroffen zu haben und wünsche euch von Herzen alles Gute!

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3 comments on “Die Radreise von Anja und Artur, dem netten Pärchen aus Hamburg!

  1. … und viel gemacht für die Gesundheit. Hochachtung.

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  2. Tolles Blog mit sehr schönen und interessanten Fotos 🙂

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